Di.17.Okt. 2023 bis Di.24. Okt. 2023
(Dieser Bericht erscheint mit etwas Verspätung)
Wir starten nochmal mit dem Mole für ein paar Tage in Richtung Christas Heimat. Dort findet am Do. 19. Okt. ein Klassentreffen statt.
Anschließend wollen wir noch einige Tage weiter nach Thüringen und uns das neu ernannte UNESCO-Weltkulturerbe von 2023 in Erfurt ansehen. Es sind drei Gebäude in der Erfurter Altstadt mit dem Titel: das jüdisch-mittelalterliche Erbe in Erfurt. Dazu gehören die Alte Synagoge, ein mittelalterliches Ritualbad, genannt Mikwe, und das Steinerne Haus, ein historisches Wohngebäude.
Mo. 16. Okt.
In Niederaula findet das Klassentreffen am Donnerstag statt und gleichzeitig, immer in der Woche vom 16. Okt., in Bad Hersfeld das Lullusfest.
Dort fahren wir zu erst hin.
Abfahrt von zu Hause, von Solms über die B49 und ab Alsfeld über die B62 Richtung Bad Hersfeld.
Vorbei an der Leica-World (Leica Welt im Leitz-Park) mit Hauptsitz im hessischen Wetzlar. Außer Wetzlar gibt es noch einem zweiten Produktionsstandort in Vila Nova de Famalicão, 1914 entstand der Prototyp der Leica-Kleinbildkamera, von Oskar Barnack als Lliput bezeichnet, heute auch als Ur-Leica bekannt und im Museum der Leica-World zu besichtigen.
und am Stadttheater von Giessen
auf der B 49 vorbei an Grünberg mit seinen schönen Altstadt.
Dann weiter vorbei am Schloss Romrod.
Bis Alsfeld auf der B 49 und ab Alsfeld auf der B 62.
Parkplatz Bad Hersfeld Am Schildepark, Seilerweg, N 50° 52.279 O 009° 42.687, keine Ver-/Entsorgung, kein Strom, frei
Nach unserer Ankunft können wir von unserem Stellplatz "Am Schildepark" schon die großen Fahrgeschäfte sehen, die alle auf dem Marktplatz stehen.
Wir starten zu einem ersten kleinen Rundgang über den Marktplatz.
Auf dem Weg durch die Altstadt kommen wir am Lullusdenkmal vor dem Rathaus vorbei.
Das Lullusdenkmal mit dem Lullusbrunnen. Lullus war erster regulärer Erzbischof von Mainz und erster Abt des Klosters Hersfeld.
„Lolls“ wird auf dem großen Marktplatz und mittlerweile auf dem angrenzenden Linggplatz mitten in der Innenstadt gefeiert. Das Fest findet seit 852 immer in der Woche des 16. Oktober statt und ist damit das älteste deutsche Volksfest. Es erinnert an den Stadtgründer, den Mainzer Erzbischof, dessen Todestag der 16. Oktober ist.
Die Geburtsstunde des Oktoberfests in München war z.Bsp. erst der 17. Oktober 1810 und den Cannstatter Wasen gibt es erst seit 1818, also erst fast 1000 Jahre später.
Leider oder vielleicht doch Gott sei Dank ist „Lolls“ nicht ganz so groß. Es kommen nur ca. 500 000 Besucher jedes Jahr.
Wir freuen uns immer, wenn wir wiedermal teilnehmen können.
Wir kommen zum Marktplatz.
Auf dem Marktplatz wird immer um 12.00 Uhr am Montag das Feuer angezündet.
Das feierliche Anzünden eines Holzstoßes, des Lullusfeuers, auf dem Marktplatz geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück. Das „Fierche“ war Symbol für die „Lullusfreiheit“, die Befreiung von den gemeindlichen Abgaben für die Dauer des Festes.
Das Feuer brannte früher von Montagmittag bis Donnerstagmitternacht. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurde das Löschen des Feuers um sechs Stunden auf 18 Uhr vorverlegt. Im Jahre 1986 wurde das Löschen des Feuers auf Initiative des amtierenden Bürgermeisters Hartmut H. Boehmer von Donnerstag auf den Sonntag verlegt. Noch bis 1932 wurde das Feuer still begraben.
Alle Fahrgeschäfte des Lullusfest stehen mitten auf dem Marktplatz.
Mitten drin der Hangover, ein Freifallturm, ist mit einer Fallhöhe von ca. 85 Metern der derzeit höchste transportable Gyro-Drop-Tower der Welt. Er besitzt eine drehbare Gondel, die beim Hinaufziehen in Drehung versetzt und an verschiedenen Stellen angehalten werden kann. Die Fallgeschwindigkeit beträgt 25 m/s.
85 Meter in die Tiefe zurauschen - ist nichts für uns.
Im laufe der Jahre vergrößerte sich die Fläche des Lollsfestes bis über den Linggplatz hinaus, mitten drin steht das Denkmal von Lingg von Linggenfeld., dem Retter der Stadt.
Nachdem es an Weihnachten 1806 in Hersfeld bei der Einquartierung von napoleonischen Truppen zu einem Aufruhr gekommen war, gab Napoleon den Befehl, die Stadt an allen vier Ecken anzuzünden und zu plündern. Lingg führte den ersten Teil des Befehls wortwörtlich aus und ließ vier einzeln stehende Gebäude am Stadtrand anzünden, die ohne Schaden für den Rest der Stadt abbrannten. Die Plünderung verhinderte er durch eine Ansprache an seine Soldaten.
Er wurde als Beschützer der Stadt Hersfeld vor ihrer Brandschatzung als Strafmaßnahme der Franzosen, in deren Dienst er stand, als „Der Mann von Hersfeld“ bekannt. Die Hersfelder ehrten ihren Retter im Jahr 1857, als sie den Platz, auf dem Lingg zu seinem Bataillon gesprochen hatte, nach ihm benannten.
Vor der Stiftsruine steht der Katharinenturm. Hier hängt die Lullusglocke, die älteste datierte Glocke Deutschlands von 1038.
Bad Hersfeld und Martin Luther:
Am Freitag, dem 26. April 1521, reiste Luther aus Worms ab. Auf dem Rückweg kam er wieder nach Hersfeld. Abt Krato empfing ihn am 1. Mai bei seinem Schloss Eichhof. Er begleitete ihn mit großem Gefolge bis zur Stadtgrenze am Johannestor, wo Luther vom Bürgermeister und dem Rat der Stadt begrüßt wurde.
Die jetzige Stiftsruine, ist eine der wenigen von Luther besuchten Stätten an der er gepredigt hat (Hier sogar nach dem Predigtverbot von Worms), die im Bereich der Bundesrepublik Deutschland liegen. Auf Einladung des Abtes übernachtete er im Schloss Eichhof, wo heute des Lutherzimmer zu besichtigen ist.
Vor dem Rückweg zum Mole gehen wir noch zum Griechen am Marktplatz zum Abendessen.
Di. 17. Okt.
Heute werden wir uns das Museum Wortreich in den Räumen der ehem. Schilde AG. ansehen.
Ab 2007 wurde die Produktionsstätte mitten in der Hersfelder Innenstadt schrittweise aufgegeben. Das alte Gelände wurde zum Schilde-Park umgestaltet, die denkmalgeschützten Werkshallen werden als Veranstaltungsorte genutzt. Am 30. September 2011 wurde in der inzwischen restaurierten Schilde-Halle die Erlebnis- und Mitmachausstellung Wortreich eröffnet.
In dem alten schön angelegten Industriegelände die Erlebniswelt-Wortreich ein Museum für Sprache in der Stadt von Konrad Duden.
Von 1876 bis 1905 war er Direktor des Königlichen Gymnasiums in Hersfeld. Hier veröffentlichte er 1880 sein Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Es gilt als sein Hauptwerk.
Auch das Restaurant, das leider geschlossen hatte, erinnert an den ehemaligen Rektor.
Dieser Spruch ist auch nach langer,langer Zeit immer noch absolut richtig.
Sprache und Kommunikation ist ganz wichtig wenn man auf Reisen ist.
Über diesen Spruch freute sich Christa ganz besonders. Im laufe ihres Berufslebens hat sie viele Seminare zum Thema Verkauf erlebt, in denen auch immer wieder auf die Körpersprache hingewiesen wurde.
Nachdem Besuch des Museums, der uns sehr gut gefallen hat, geht’s nochmal in die Stadt, vorbei am Klausturm einem der Reste der alten Stadtmauer.
Zuerst kommen wir an den beiden Bronze-Statuen von Konrad Duden und Konrad Zuse, zwei bekannten Genies die in Hersfeld ihre Wirkungsstätte hatten, vorbei.
Infotafel
Zur Stiftsruine, die bei Christa viele Erinnerungen weckt. Als Schulkind wurden regelmäßig mit der Schulklasse Generalproben der Festspiele besucht. Natürlich waren die Festspiele auch später immer wieder ein Grund Bad Hersfeld zu besuchen.
Die Stiftsruine eine ehem romanische Stiftskirche der Abtei von Hersfeld. Hier ist Christa auf dem Weg hin und von Ihrer Schule zum Bahnhof immer vorbei gekommen.
Romanisches Detail an der Stiftskirche der Abtei
Die Auflistung der Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele. Mittlerweile schon beachtlich.
Der Hollywood-Regisseur William Dieterle brachte 1961 mit dem Sommernachtstraum von Shakespeare das erste Lustspiel auf die Bühne. Es war aber immer noch üblich, dass man in der Stiftsruine nicht applaudierte oder lachte.
Christas Schulzeit in Hersfeld war von Ostern 1962 bis zum Sommer 1967 (damals gab es ein Kurzschuljahr). In dieser Zeit wurden alle Generalproben von Ihrer Schule besucht. Shakespeare, Moliere usw. rauf und runter. Hat nichts geschadet.
Ein Blick zur Apsis der Stiftsruine noch ohne den Bühnenaufbau und die Bestuhlung, die wird immer wieder auf und abgebaut.
Aber auch andere Veranstaltungen waren super in der alten Ruine, ein Bsp.: das Konzert des ehemaligen Supertramp-Mitgliedes Roger Hodgson.
Aus der HNA-Zeitung: Roger Hodgson, die Stimme von „Supertramp“, begeisterte im Rahmenprogramm der 63. Bad Hersfelder Festspiele (2013) die Zuhörer in der ausverkauften Stiftsruine.
Wir umrunden die Stiftsruine und haben den Blick auf die Südwestseite der romanischen Ruine.
Hier finden wir eine Info zur besonderen Überdachung der Stiftsruine während der Festspiele.
Heute essen wir im Mole.
Mi. 18. Okt.
Mittwochs ist immer der Lulluskrammarkt: „Dippemarkt“.
Der Dippemarkt am Mittwoch findet auf der Straße rund um den Festplatz statt.
Natürlich finden sich auch "Dippe". Keramikschüsseln und -töpfe, auf frankfurterisch (hessisch) kurz „Dippe“ genannt.
Es gibt alles was man braucht oder nicht braucht.
Wir treffen uns mit Karin, Herbert und ihrer Enkeltochter Hanna. Kinderfahrgeschäft sind immer der Hit.
Auf dem Dippemarkt gibt es natürlich auch "Marktschreier" egal ob für Bananen, Fisch oder Käse.
Wir schauen uns den Spaß eine Weile an und decken uns mit einer Käseauswahl ein, die mit den entsprechenden Verfallsdaten für die nächsten Wochen reicht.
Auf dem Rückweg kommen wir an der Sculptur " Die Mückenstürmer " ein Uznamen-Denkmal über die Herfelder vorbei.
Vom Stellplatz sehen wir ein wunderschönes Abendrot über dem Kirchturm der Evangelischen Stadtkirche.
Do. 19. Okt.
Heute sind es nur wenige km bis nach Niederaula. Dort findet Christa’s Klassentreffen statt.
Man trifft sich im Restaurant Altes Forsthaus.
Ein Erinnerungsfoto vom Klassentreffen von Christa muß sein.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen geht es nachmittags für uns weiter.
Die Fahrt geht Richtung Thüringerwald, nach Bad Salzungen zur Therme Solewelt.
Dort treffen wir uns mit Christa’s Schwester und ihrem Mann um noch ein paar Tage gemeinsam zu verbringen.
Bei unserer Fahrt über die Landstraßen geht es direkt an der Brücke der Einheit (mit dem Einheitsmann dem Ampelmännchen) in Vacha vorbei.
In Vacha heute die Brücke der Einheit, früher die alte Werrabrücke eine Steinbogenbrücke aus dem Mittelalter, auf der die Innerdeutsche Grenze verlief.
Bad Salzungen Wohnmobil-Stellplatz an der Werrastrasse, N 50° 48.941 O 010° 13.720, keine Ver-/Entsorgung, kein Strom, frei
Am späten Nachmittag kommen wir an. Es regnet, deshalb bleiben wir gemütlich im Mole.
Fr. 20. Okt.
Am nächsten Morgen sind auch Karin und Herbert da.
Nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir ca. 350 mtr. durch den Kurpark, vorbei am Gradierwerk, zur Therme. Dort verbringen wir einen entspannenden gemütlichen Vormittag.
Bad Salzungen ist ein staatlich anerkanntes Sole-Heilbad. Mit bis zu 27 prozentigem Salzgehalt ist sie eine der stärksten Solen überhaupt und besonders gut für Atemwege und den Bewegungsapparat. Nebenan gibt es auch den SOLE REISEMOBILHAFEN.
Der Lageplan der Therme SOLEWELT in Bad Salzungen, einer mittlerweile recht bekannten Kurstadt.
Am Nachmittag, nach einer Ruhepause, starten wir zu einem kleinen Stadtbummel bis zum Burgsee. In der Stadt finden wir ein Café mit leckerem Kuchen.
Am Marktplatz steht natürlich das historische Rathaus und dahinter die Stadtkirche St. Simplicius.
Stadtmauer Am Burgseeufer
Blick über den Burgsee zum Schnepfensteg
Wir sehen keine Schnepfen sondern Blässhühner auf dem Burgsee.
Durch die Altstadt, vorbei an einem besonders schönen Haus in der Sulzbergerstrasse, schlendern wir wieder zurück zu den Womos..
Am Abend starten wir dann nochmal in die Stadt. Wir gehen "Indisch" essen.
Sa. 21. Okt.
Die weitere Fahrt führt uns quer durch den Thüringerwald. An Bad Liebenstein im Thüringer Wald vorbei, queren wir den Höhenwanderweg „Rennsteig“ auf der Straße auf der auch das Glasbach-Rennen ausgetragen wird. Als Bergrennstrecke wird ein für das Rennen abgesperrtes Teilstück der Landesstraße 1027 genutzt.
Auf der Landesstraße 1027 durch den Thüringer Wald
Wir kommen durch Ruhla, die Uhrenstadt. Es ist eine "Bergstadt" zwischen Eisenach und Schmalkalden. Sie liegt auf einer Höhe von 440 bis 530 Metern an der Nordseite des Thüringer Waldes am Rennsteig. Das Ruhlaer Uhrenmuseum erinnert an die Ruhlaer Uhrmachertradition.
In der Residenzstadt Gotha in Thüringen führt uns das Navi am ehemaligen Schlachthofgelände vorbei.
In Erfurt wollten wir auf einen für uns bekannten Stellplatz, den Park&Ride Parkplatz an der Thüringenhalle. Das geht nicht mehr alle müssen auf den neuen Stellplatz.
Wir müssen zum jetzt offiziellen Wohnmobilstellplatz "Tor zur Stadt Erfurt“.
Aber auch von hier ist man auf kurzem und schnellem Weg mit der Straßenbahn im Zentrum.
Der neuangelegte Wohnmobilstellplatz "Tor zur Stadt Erfurt" in der Wartburgstraße bietet ausgesprochen viel Platz.
Nach einer kurzen Mittagspause starten wir mit der Straßenbahn zu unserem Stadtrundgang.
Nach der Fahrt mit der Straßenbahn zum Rathaus, führt uns unser erster Weg zur Krämerbrücke.
Auf dem Weg zur Krämerbrücke kommt man an der Statue "Bernd das Brot" am Fischmarkt vorbei.
Sie steht seitlich vom Rathaus und ist eine bekannte Figur des Kinderfernsehkanals KiKA.
Die Krämerbrücke von Erfurt:
Die Krämerbrücke ist das interessanteste Profanbauwerk Erfurts, sie wurde zunächst aus Holz und 1325 aus Stein errichtet. Die Krämerbrücke ist 120 Meter lang. Sie überspannt zwei Flussarme der Gera. Sie gilt als die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas.
Die viel berühmteren Brücken Ponte Vecchio in Florenz und Ponte di Rialto in Venedig haben nur einige Touristengeschäfte zu bieten und sind mit 95 Metern beziehungsweise 48 Metern vergleichsweise kurz.
Schlendern auf der Krämerbrücke, rechts und links mit vielen Geschäften.
Das Geschäft Erfurter-Blau ist eines der Besonderen: eine Waid-Manufaktur.
Der Beginn der Waidgeschichte liegt in der ägyptischen Kultur. In Thüringen lässt sich der Ursprung für Anbau und Nutzung des Färberwaids auf etwa 800 nach Chr. datieren. Karl der Große erwähnte in einem Dokument die guten Bodeneigenschaften des Erfurter Beckens und damit die Möglichkeit, die Färbepflanze Waid in großen Mengen dort anzupflanzen.
Info zum Erfurter Blau
Die Krämerbrücke über die Gera in Erfurt mit schönen restaurierten Fachwerkhäusern.
Von hier ist man gleich bei den Gebäuden des neuen UNESCO-Weltkulturerbe von Erfurt.
Die Alte Synagoge, mit deren Bau im Jahr 1094 begonnen worden war, gilt als eine der ältesten, bis zum Dach erhaltenen, Synagogen in Mitteleuropa.
Während eines Pogroms im Jahr 1349 wurde das jüdische Viertel um die Synagoge herum in Brand gesetzt. Fast alle der rund 1.000 Gemeindemitglieder starben, Forscher gehen – wenn überhaupt – nur von wenigen Überlebenden aus.
Nach dem Anschlag wurde die Synagoge zunächst zu einem Lagerhaus umfunktioniert und ab dem späten 19. Jahrhundert als Gaststätte sowie Tanzsaal genutzt.
Die Stadt vermutet, dass das Gebäude aus diesem Grund nicht von den Nationalsozialisten zerstört worden war. 1998 kaufte die Stadt Erfurt das Haus und sanierte es.
Heute ist es ein Museum. Ausgestellt werden Zeugnisse des jüdischen Lebens im mittelalterlichen Erfurt speziell der Jüdische Schatz von Erfurt, der 1998 durch Zufall in der thüringischen Landeshauptstadt entdeckt wurde, gilt sowohl von seinem Umfang her als auch in seinem Erhaltungszustand als weltweit einzigartig.
In der Waagegasse von Erfurt findet man die Alte Synagoge. Erfurt's mittelalterliches Erbe wurde 2023 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die jetzt wieder freigelegte Seitenwand der Alten Synagoge.
Wir stehen vor dem Museums-Eingang zur Alten Synagoge.
Das Museum erstreckt sich über alle Etagen. Im Keller ist der gefundene Schatz untergebracht.
Unter den acht Fingerringen im Erfurter Schatz ist ein jüdischer Hochzeitsring der aufwendigste und außerdem das bemerkenswerteste Objekt des gesamten Fundes. Der sperrige Ring, der nach mittelalterlicher jüdischer Tradition nur aus reinem Gold ohne Edelsteinbesatz besteht, wurde lediglich während der Hochzeitszeremonie getragen.
Anschließend gehen wir weiter zum Steinernen Haus. An dem mittelalterlichen Steinbau, mit seiner Erbauungszeit um 1250 haben sich außergewöhnlich viele wesentliche Strukturen erhalten. Europaweit einzigartig ist die erhaltene Ausstattung des Obergeschossraumes mit spitzbogiger Lichtnische mit Rauchabzug, kaum veränderten Außenwänden mit Ritzfugen sowie einer farbig gefassten Holzbalkendecke, deren Balken auf 1241/42 datiert werden konnten.
Erfurt: Inter Judeos – Das mittelalterliche jüdische Quartier im Steinernen Haus.
Nach dem Besuch der Weltkulturerbestätten bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt.
Wir gehen weiter durch die Mettengasse. Auf dem Weg zum Domplatz kommt man am Kabarett die Arche vorbei.
Der Dom St Marien und die Kirche St. Severi liegen direkt neben einander am Domplatz.
Es gibt Pferdekutschen am Domplatz, wie überall wo viele Touristen sind.
Beim Wirtshaus am Dom finden wir ein freies Plätzchen und genießen bei schönstem Herbstwetter die wärmenden Sonnenstrahlen mit einem Aperol.
Nach der Pause laufen wir noch durch den Anger, einem ehemaligen Handelsplatz und die heutige Hauptgeschäftsstraße.
Einmal rund durch die Stadt und dabei halten wir Ausschau nach einem Restaurant zum Abendessen.
Am Wenigemarkt stehen wir auf der anderen Seite zum Eingang zur Krämerbrücke.
Uns fällt das Gasthaus Feuerkugel ins Auge. Dort landen wir zum Abendessen.
Ein Lokal mit einem urigen Innenraum.
Und richtiger Landestypischer Hausmannskost
Nach dem Essen geht es weiter zur Weinarche, einem sehr schönen Weinlokal gleich um die Ecke.
Hier beschließen wir den Abend mit leckeren Weinen.
Am Rathaus am Fischmarkt am Abend mit dem Römer Standbild. Die Renaissancefigur (von 1591) am Rathaus stellt einen von Kopf bis Fuß bewaffneten römischen Krieger dar, auf dessen Fahne und Schild ein Erfurter Wappen prangt. Von hier fährt die Straßenbahn zurück zum Stellplatz.
So. 22. Okt.
Nach dem Frühstück starten wir nur zu dritt mit Herberts WOMO nach Weimar um uns dort die Gedenkstätte Buchenwald anzusehen.
Hermann hat sich eine böse Erkältung eingefangen. Er bleibt in Erfurt im Mole und verschläft den ganzen Tag.
Vom Stellplatz bis zur Gedenkstätte Buchenwald sind es ca. 35 km. Von weitem sehen wir den Turm der Freiheit, das Mahnmal (Glockenturm) bei der Gedenkstätte.
Direkt neben dem großen Parkplatz ist das Information-Zentrum, mit Buchhandlung und Kinosaal.
Das KZ Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Haftstätte zur Zwangsarbeit betrieben.
Konzentrationslager ist für uns bei dem was dort geschah eigentlich ein „verniedlichender“ Begriff - es war genau so auch ein Vernichtungslager nur in einer kleineren Dimension.
Aber es gibt die Unterscheidung von Konzentrationslager und Vernichtungslager. Offiziell werden die 6 Vernichtungslager Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Majdanek und Auschwitz-Birkenau als Vernichtungslager bezeichnet.
Aus der Existenz von Konzentrationslagern machten die Nationalsozialisten bereits 1933 keinen Hehl, dienten diese doch der Abschreckung. Die Vernichtungslager hingegen unterlagen strenger Geheimhaltung.
Der Lageplan von der Gedenkstätte Buchenwald.
Wir stehen am Eingangstor mit dem Spruch: Jedem das Seine
Neben dem Haupteingang (Bunker) befinden sich die die Arrestzellen.
Das Torgebäude mit den Arrestzellen („Bunker“) war eine Mord- und Folterstätte des Lagers. Der Kommandant ließ hier Häftlinge (aber auch SS-Angehörige) arrestieren, um sie zu bestrafen oder Informationen und Geständnisse zu erpressen.
Blick in eine der Todeszellen im Bunker. Damals war hinter der Vergitterung kein Glas.
Auf unserem Rundgang kommen wir zuerst zur Gedenktafel auf dem Appellplatz: „Warmes Mahnmal“ . Die Platte im Boden wird ganzjährig beheizt. Sie strahlt 37° Wärme (Körperwärme) an diesem Ort der menschlichen Kälte aus. Wir freuen uns das auch junge Menschen sich noch dafür interessieren.
Der weite Blick über das Gelände der Baracken.
Ein Modell der gesamten Anlage ist im Sowjetischen Speziallager Nr. 2 zu sehen. Hier gibt es eine große Ausstellung und man erfährt, das auch nach dem Krieg die Sowjetische Besatzungsmacht das Gelände weiter nutzte.
Als letztes stehen wir vor dem Krematorium.
Im inneren des Krematorium stehen die Öfen im Verbrennungsraum.
Mit einem beklemmenden Gefühl verlassen wir nach 3 Stunden die Gedenkstätte Buchenwald. Die Vorstellung, daß es schon wieder viele Menschen in Deutschland gibt, die mit rechten Parteien sympathisieren beunruhigt doch sehr.
Am Nachmittag sind wir wieder zurück in Erfurt. Hermann ist richtig „groggy“ deshalb bleiben wir noch über Nacht.
Karin und Herbert starten direkt weiter Richtung Heimat. Nach ca. 140 km sind sie zu Hause.
Mo. 23. Okt.
Für uns geht es nach dem Frühstück wieder zurück nach Hause. Hermann fühlt sich nach dem verschlafenen Sonntag wieder halbwegs fit.
Auf der B84 Richtung Eisenach. Von weitem schon zusehen der Gebirgszug des Thüringer Waldes.
Hier queren wir auf der B84 wieder den Rennsteig.
Dann geht's auf der B 1020 durch Gerstungen-Oberellen. Ein Ort auf der Kurze Hessen Route.
über die Altstraße "Kurze Hessen "
Altstraßen sind historische Wege des Landverkehrs
Die Straßen „durch die kurzen Hessen“ und „durch die langen Hessen“ waren zwei Altstraßen, auf denen man im Mittelalter von Frankfurt am Main kommend über Eisenach nach Leipzig reisen konnte.
Der Name dieser Altstraßen kam von der Länge der Strecke, die auf dem Hoheitsgebiet der Landgrafschaft Hessen zurückgelegt werden musste. Die Straße „durch die langen Hessen“ führte mitten durch Hessen (Frankfurt – Kleinlinden – Treysa – Homberg – Spangenberg – Waldkappel – Creuzburg – Eisenach),
während „durch die kurzen Hessen“ teilweise durch hersfeldisches Gebiet verlief (Frankfurt – Friedberg – Grünberg – Alsfeld – Hersfeld – Eisenach). Bei der zuletzt genannten Straße hatte man daher den kürzeren Weg durch Hessen.
Eine dritte Altstraße war die Via Regia von Frankfurt durch das Kinzigtal nach Fulda und Eisenach und weiter nach Leipzig.
Gleichzeitig befinden wir uns auf dem Historischen Martin Luther Weg.
Auf der L 1020 über die Werrabrücke bei Gerstungen
Hier steht ein Hinweisschild zur ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Gerstungen.
Wir sind wieder in Bad Hersfeld und sehen den Kirchturm der Stadtkirche von der Hochstraße.
Bad Hersfeld am Wohnmobilstellplatz Am Schildepark. Das Lullusfest ist vorbei. Heute sind wir ganz alleine.
Hermann fühlt sich noch fit und wir gehen nochmal Am Schildepark mit der großen Benno Schilde Halle vorbei in die Stadt.
Auf dem Marktplatz ist das Lullusfeuer jetzt gelöscht.
Wir sitzen noch einen Augenblick in einem Kaffee für ein Stückchen Kuchen. Dann laufen wir wieder zurück zum Mole und Hermann legt sich wieder ins Bett.
Di. 24. Okt.
In Bad Hersfeld verabschieden uns am nächsten Morgen trompetende Glücksvögel (Kraniche) auf ihrem Weg nach Süden. In diese Richtung fahren wir auch, allerdings nicht ganz so weit.
Nach mehrmaligen Tests stellt sich dann zu Hause heraus das Hermann eine Corona-Infektion hat. Christa folgt im zwei Tage später. Die Symptome waren bei uns beiden ähnlich einer stärkeren Erkältung. Wir haben beide vier Corona-Spritzen und jetzt eine überstandene Infektion. Das sollte als Immunisierung jetzt erst einmal reichen.